Leseprobe Luna Noir Fall 4 Pine Mountain

Veröffentlicht am 2. November 2026 um 12:26

Seit dem 01.11.2026 ist Luna Noir Fall 4 Pine Mountain sowohl als Taschenbuch - in allen Shops und auch im örtlichen Buchhandel unter der ISBN  978-3695637874 - als auch als EBook (KDP, Amazon exklusiv und damit auch via KU) lesbar.

Wer noch zögert, für den haben wir hier eine kleine Leseprobe:

 

„Boah, was für ein böser Bulle!“, flüsterte Julian Ash zu, als sie sich den Detectives näherten. „Wenn ich nicht schon von Brian und dir verhaftet worden wäre, dürfte er das auch gern mal machen. Holla, die Waldfee, ist der ein Leckerchen!” Er hoffte, dass er bei dem Anblick fleischgewordenen Testosterons nicht anfing, zu sabbern. Trotz der frühen Stunde hatte die Temperatur schlagartig zugenommen. Es mussten plötzlich mindestens 30 Grad hier draußen sein, oder war er das?

Ash sah ihn fassungslos an. „Was stimmt mit dir nicht? Der sieht aus, als hätte er nicht einen Funken Humor und nicht mal einen Anflug von Mitgefühl – ist der echt im richtigen Department? Außerdem verdammt hetero und so, als würde er erst schießen und dann fragen.“

„Ja, heiß, oder?”, antwortete Jules, ohne den Blick von Detective Cold zu wenden. „Nur, dass er wahrscheinlich hetero ist, stört ein bisschen.”

Ash schüttelte den Kopf. „Du bist so was von bekloppt.“

Ach was!

In diesem Moment wurde Detective Camara auf sie aufmerksam, lächelte freundlich und stupste ihren Kollegen so an wie vorhin Ash Julian.

Detective Cold nickte ihnen allerdings nur zu, ohne die Miene zu verziehen.

Heiß!

Julian verkniff sich ein Grinsen, denn das hätte im Angesicht des coolen Detectives komisch gewirkt. Also beschränkte er sich auf ein Lächeln. „Guten Morgen, Detectives.”

„Hallo Dr. King. Dr. Johnson“, erwiderte Camara. Cold nickte erneut nur. „Da wir uns schon hier treffen – haben Sie neue Erkenntnisse zu unserem Pornostar?“

„Tatsächlich haben wir die.“ Unauffällig ließ Julian den Blick über Colds beachtliche Armmuskeln gleiten. Auf einem davon war ein Wolf tätowiert, unter dem der Schriftzug Loyalty stand. Das machte den Mann nur noch interessanter. „Die Abstriche unter den Nägeln haben – außer dem Genprofil des Opfers – zwei fremde DNA-Profile ergeben. Ein weibliches und ein männliches. Beide sind nicht in der Datenbank. Und beim Tox-Screen wurde eine beträchtliche Menge von Gamma-Hydroxybuttersäure gefunden.“

„Weiblich?“ Die beiden Detectives wechselten einen verdutzten Blick.

„Ich hab‘ doch gleich gesagt, dass es die Frau war“, sagte Camara dann triumphierend. „Und du fandest sie nett.“

„Ich habe nicht gesagt, dass sie nett ist“, gab Cold geradezu zickig zurück. „Sie wirkte ehrlich überrascht.“

„Quatsch. Die ist eine astreine Schauspielerin. Die hat alles gewusst.“

Cold grunzte genervt und verschränkte die Arme vor der muskulösen Brust.

Himmel hilf!

Jetzt war es an Jules und Ash, einen Blick zu wechseln. „Ich bin neugierig, was Sie herausgefunden haben.” Fragend sah Julian die beiden Polizisten an, in der Hoffnung, sie würden ihnen von ihren Erkenntnissen berichten.

„Dick Bombastic heißt im echten Leben Richard Wagner“, plauderte Detective Camara munter drauf los. „Ja, der heißt wirklich so“, sagte sie, als Julian wohl erstaunt guckte. „Die Eltern waren offenbar gebildet und mochten klassische Musik.“ Sie winkte ab. „Wie auch immer, er dirigiert lieber Jungs in Sch*ulenp*rnos. Dabei ist er verheiratet – mit einer Frau, wohlgemerkt! – und hat zwei Kinder. Ich schätze, dass sie die geboren hat, nicht er.“ Sie schien über diese Frage nachzudenken, bis sie ein eisiger Blick von Cold traf. „Jedenfalls glaubte mein Kollege hier“, sie tätschelte seinen Arm, „sie habe von Dickies – sie nennt ihn so – Doppelleben nichts gewusst. Aber ich sage, sie wusste alles. Mich erstaunt somit eher, dass auch eine männliche DNA gefunden wurde.“

„Was soll daran merkwürdig sein?“, fragte Cold. „Er war an seinem Arbeitsplatz. Die männliche Spur ist eben von einem … Arbeitskollegen. Bestimmt dieser Roy. Der auch sehr verdächtig ist! Oder von Siegfried. Der nicht minder verdächtig ist. Immerhin hat er mal mit den Nibelungen gerungen.“

„Pah! Gegen die Ehefrau sind die beiden zahme Stubenkater!“

Siegfried? Roy? Stubenkater? Echt jetzt?